Leitbild

1.    Ausgangslage

Gewalt bedeutet, dass der Täter oder die Täterin die Integrität und die Grenzen seines Opfers nicht respektiert und sie massiv überschreitet. Ohne Täter/innen gibt es keine Opfer. Dennoch richtet sich der Fokus der Hilfsstellen vorwiegend auf die Versorgung und Betreuung der Opfer von Gewalt. Für Täter und für Täterinnen, die ihr Verhalten ändern wollen, hat das Institut für Gewaltberatung Basel ein Angebot.

 1.1    Grundwerte

Dem oder der Klienten/in wird Beratung angeboten. Wir zeigen Empathie, nehmen unser Gegenüber ernst und wir distanzieren uns ausdrücklich von jeglicher Form von angedrohter oder ausgeübter Gewalt. Wir machen einen klaren Unterschied zwischen Aggression und Gewalt.

 1.2    Zielschwerpunkte

Das Institut für Gewaltberatung Basel bietet gewalttätigen Männern und Frauen Beratung an. Ziel dieser Beratung ist, dass der Gewalttäter oder die Gewalttäterin keine Gewalt mehr ausübt, die Verantwortung für die Gewalttaten und deren Folgen übernimmt.

 2.     Voraussetzungen

Voraussetzung für die Zusammenarbeit mit unseren Klienten/innen ist die Freiwilligkeit. Ohne ihr Einverständnis werden auf behördliche oder gerichtliche Anweisung keine Beratungen durchgeführt. Wir erstellen keine Gutachten und Prognosen. Schweigepflicht und Anonymität sind gewährleistet.

 3.    Strategien und Methoden

Wir konfrontieren die Ratsuchenden mit ihrem gewalttätigen Verhalten. Wir begleiten und beraten sie darin, mit ihren Emotionen in Kontakt zu treten und diese zu zeigen. Wir trainieren die Selbstwahrnehmung und stärken das Selbstwertgefühl. Wir üben mit den Klient/innen konstruktives Streiten. Den Ratsuchenden wird aufgezeigt, was sie gewinnen können, wenn sie auf die Ausübung von Gewalt verzichten.

 4.    Dienstleistungen

Das Institut für Gewaltberatung Basel bietet folgende Dienstleistungen an:

·     Beratungsarbeit

·     Öffentlichkeitsarbeit

·     Bildungsarbeit

 5.    Organisation

Träger des Instituts ist der Verein Gewaltberatung Basel. Der Verein ist gemeinnützig und bezweckt die Förderung gewaltfreien Verhaltens.

 6.    Ressourcen und Qualität

Die Mitarbeiter/innen des Instituts Gewaltberatung Basel stammen aus einem therapeutischen, pädagogischen, sozialen oder beraterischen Berufsfeld und haben eine qualifizierte Zusatzausbildung zum Gewaltberater oder -pädagogen absolviert. Das Beratungsteam pflegt einen offenen und direkten Umgang miteinander und trifft sich regelmässig zum fachlichen Austausch. Die Berater verpflichten sich zu Inter- und Supervision sowie zu Weiterbildung.

 7.    Finanzen

Zur Finanzierung des Instituts Gewaltberatung Basel wird eine eigene Rechnung geführt. Buchhaltung und Jahresrechnung werden an der Generalversammlung des Vereins zur Genehmigung vorgelegt. Die Kosten des Instituts Gewaltberatung Basel werden zum einem Teil durch die ratsuchenden Männer und Frauen, zum anderen Teil durch private und öffentliche Institutionen gedeckt. Die Rat suchenden Männer und Frauen bezahlen die Kosten der Beratung und zeigen so nachweislich Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

 Dieses Leitbild wurde mit Beschluss der Generalversammlung des Vereins ?Gewaltberatung Basel? vom 31. März 2008 in Kraft gesetzt.